Hände halten Trüffel hoch vor Landschaft mit Weinbergen

Trüffelsuche

Die Trüffelernte in Deutschland ist verboten. Es dürfen keine wild wachsenden Trüffeln (Gattung: Tuber) geerntet werden. In Italien und Frankreich lässt es die Gesetzteslage zu, dass Trüffel der Natur entnommen werden dürfen. Unerlaubtes Ernten wird allerdings mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft. Die Besitzer der Trüffelfundorte schützen diese akribisch, doch einige nehmen gerne Besucher mit auf die Trüffelsuche. So kann jeder Interessierte direkt vom Profi lernen und einmal selber die wertvollen Pilze ausgraben.

Allgemeines zur Trüffelsuche

Aus der Geschichte der Trüffelsuche sind die Trüffelschweine die bekanntesten Helfer. Doch heutzutage werden spezielle Hunderassen trainiert und für die Suche herangezogen. Inzwischen weiß man aber auch, dass die Trüffelfliege sich bei der Ablage ihrer Eier die unterirdisch wachsende Knolle aussucht. Das Kreisen der Fliege über ihren Eiern kann ein Indikator dafür sein, dass dort auch Trüffel wachsen. Daher kommt ihr Name.

Auch ohne Hund oder Schwein lassen sich die Diamanten des Erdreichs finden. Doch es ist unverhältnismäßig schwerer, da wir Menschen uns nur auf unsere Augen verlassen können. So kommt es, dass man Hunde darauf Trainiert die besonderen Pilze durch den Boden zu erschnüffeln.

Die Trüffelsuche ist bis heute eine Attraktion für Touristen und eine wundervolle Erfahrung für Trüffelbegeisterte. Diese können bei Seminaren oder Events und auch im Urlaub selber erspüren und durchführen was notwendig ist, um die beliebten und teuren Pilze auf den Teller zu bekommen.

Das Suchen der schwarzen und weißen Trüffel verlangt dem Suchenden viel Geduld, Erfahrung und Wissen ab. Alleine das erneute „zudecken“ der Fundstelle ist extrem wichtig, denn so trocknen die Feinwurzeln der Wirtspflanzen nicht aus und die Trüffeln können weiter gedeihen. Pflegt man seine Trüffelfundorte, so kann man sie bis zu 60 Jahre lang weiter nutzen und sich als Genießer an den Pilzen erfreuen.

Wie erkenne ich einen Fundort?

Die zentrale Frage der Trüffelsuche ist: Wie erkenne ich einen Fundort? Zum Beantworten dieser Frage muss man nicht nur wissen wo Trüffeln wachsen, sondern auch welche konkreten Anzeichen zu finden sind, wenn die Trüffel herangewachsen ist.

Mann mit zwei Hunden im Wald bei Trüffelsuche

Die Edelpilze wachsen an den Wurzeln von Partnerpflanzen (auch Wirtspflanze genannt) heran. Diese sind Laubbäume, Nusssträucher und Tannen. Sie leben in Symbiose mit ihrem „Wirt“ und wachsen am besten, wenn das Frühjahr sowie der Sommer warm und niederschlagsreich waren, der darauffolgende Herbst trocken und der Winter mild ist. Frost schadet den Trüffeln. Der Boden sollte kalkhaltig und durchsetzt mit Sedimenten, in der Nähe von fließenden Gewässern sein. Die Trüffel kann dann in 10-20 cm Tiefe gefunden werden.

Das unspezifische Äußere der Trüffel macht es uns Menschen schwer diese im Erdreich zu erkennen, doch es gibt durchaus auch optische Anzeichen von Trüffelwachstum, welche bei der Trüffelsuche helfen können.

Typisch dafür ist die „verbrannte Erde“ (französisch auch: BRÛLÉE). Die Erde ist rau und dunkler als das weitere Umfeld. Dies entsteht um den Bereich der Trüffel herum, da der Pilz die umliegende Vegetation unterdrückt und die Nährstoffe für die Wirtspflanze abgreift, um im Gegenzug Zuckerprodukte aus der Photosynthese für sich beansprucht.  Manchmal sind auch Löcher im Boden ein Indiz für ein Trüffelvorkommen. Kleine Nagetiere auf Nahrungssuche werden immer wieder von dem starken und besonderen Aroma der unterirdisch wachsenden Knolle angezogen und versuchen diese auszugraben.

Gebiete für die Trüffelsuche

Es gibt fast unzählig viele Gebiete die für die Trüffelsuche geeignet sind. Die wohl bekanntesten sind Piemont (Alba) und Perigord. Italien und Frankreich sind seit langem, durch mediale Aufmerksamkeit, für ihre Trüffelfunde bekannt. In Alba wird jährlich die größte gefundene Trüffel versteigert. Doch auch in Kroatien und der Türkei werden Trüffeln geerntet. Der für die Trüffelsuche bekannteste Ort Koratiens ist Istrien. Die Halbinsel ist die größte der nördlichen Adria und gilt nicht nur wegen ihrer Trüffelfunde als ein beliebtes Reiseziel. In Istrien ist die Trüffelsuche nur mit einer Art Gewerbeschein zulässig. Diese quotenbasierte Ernte wurde eingeführt um den Bestand der Trüffeln zu bewahren.

Doch Freunde der Trüffel wissen, dass Trüffeln fast überall auf der Welt gefunden werden können. Von Australien über Neuseeland bis hin nach Amerika, überall ist die Trüffel zu einem geschätzten Gut geworden. Auch Länder wie der Iran und Griechenland  sind Teil der weltweiten Trüffelsuche geworden. Selbst unsere direkten Nachbarn Österreich und die Schweiz lassen sich als Trüffelländer in die Liste eintragen. Die nördliche Hälfte der Schweiz bietet ein weitläufiges Gebiet für die Trüffelsuche. Zu finden sind dort Burgunder- und Herbsttrüffel die in der Nähe ihrer Wirtspflanzen Buche, Eiche und Haselsträuchern heranwachsen. In Österreich ergibt sich, was die Trüffelsuche angeht, ein Deutschland ähnliches Bild. Hier untersteht das schwarze Gold der Pilzverordnung des Landes und die kommerzielle wie private Trüffelsuche sowie die Ernte sind verboten.

Deutschland galt früher für lange Zeit als Trüffelland. Die Böden sind in großen Teilen der BRD kalkhaltig und die weitläufigen Laubwälder (Odenwald, Schwarzwald, etc.) wären eine riesige Fundgrube einheimischer Trüffelarten. Wäre da nicht das Verbot die heiß begehrte Knolle frei der Natur zu entnehmen.