Hände halten Trüffel hoch vor Landschaft mit Weinbergen

Wo wachsen Trüffel?

Viele stellen sich die Frage: Wo wachsen Trüffel? In dieser kleinen Einführung möchten wir die Frage beantworten und auch klären wie du selbst Trüffeln anbaust. Die verschiedenen Arten der Trüffeln wachsen im Erdreich quer über den Globus verteilt. Die Liste der Herkunftsländer wird immer wieder erweitert, denn schon lange Zeit sind nicht nur Frankreich und Italien relevante Ursprungsländer der schwarzen und etwas selteneren weißen Trüffel. In Deutschland wachsen ebenso diverse Trüffeln. Die Trüffelsuche ist in den meisten dieser Ländern gesetzlich erlaubt, aber reguliert. Nur bei uns dürfen die in der freien Natur wachsenden leckeren Trüffeln nicht geerntet werden.

Von Kroatien über Australien und Neuseeland bis in die Vereinigten Staaten von Amerika, viele Ländern kultivieren die Trüffeln schon. Dies bietet eine große Vielfalt, nicht nur an Geschmack, sondern natürlich auch an Qualität. Die Chinatrüffel ist dafür ein gutes Beispiel. Sie ist eng verwandt mit der Perigordtrüffel, doch entspricht dieser in kulinarischen Ansprüchen bei Weitem nicht. Die Trüffel wird den hochpreisigen Exemplaren nachempfunden. Fälscher werten die Pilze mit Trüffelöl geschmacklich auf und verkaufen sie teurer.

Besonders in Deutschland gedeihen die Trüffeln Flächendeckend sehr gut. Die Burgundertrüffel, welche heute nachweislich in den meisten Bundesländern Deutschlands wächst, galt lange als ausgestorben. In Deutschland wächst die Trüffel außerordentlich gut, weil die Beschaffenheit des Bodens günstig und die klimatischen Bedingungen für die unterirdischen Pilze sehr gut sind. Der Boden in ca. 60% des Bundesgebiets Deutschlands ist sehr kalkhaltig. Gebiete wie das Umfeld um Berlin sind gut nutzbar für eine fruchtbare Trüffelzucht. Die Trüffelsuche in bei dem heimischen Anbau von Trüffeln ist dort eine wahre Freude.

Auch unsere direkten Nachbarn, wie Österreich und die Schweiz sind bekannt für ihre Trüffel. In den nördlichen Wäldern der beiden Länder finden Trüffelhund und Herrchen so einige der edlen Pilze.

Wie wachsen Trüffel?

Die Trüffel (Gattung: Tuber) wächst unterirdisch in einer Tiefe zwischen 10 und 20 cm in Symbiose mit ihrer Wirtspflanze. Diese Symbiose wird bei Pilzen Mykorrhiza genannt. Bei diesem Zusammenleben entsteht ein gegenseitiger Nutzen für Pilz und Partner. Der Pilz steht mit den Wurzeln der Wirtspflanze in Kontakt und liefert, als eine Art Verlängerung der Feinwurzeln, Nährstoffe und Wasser aus dem umliegenden Erdreich. Die Photosynthese der Wirtspflanze liefert Glucose an den Pilz. Mit der Hilfe des Zuckerprodukts bildet die Trüffel ihre Fruchtkörper aus.

Welche Bäume harmonieren mit Trüffeln am besten? Die Pilze können an vielen Partnern heranwachsen. Die Fruchtkörper der Pilze wachsen im Wald an heimischen Bäumen, die so ihren natürlichen Lebensraum darstellen. Bei der Trüffelzucht wird darauf geachtet so ähnlich wie die Natur zu arbeiten. Das heißt, der Trüffel-Bauer impft die Wurzeln der natürlichen Partnerpflanzen mit den Trüffeln der Wahl.

Passende Wirtspflanzen der exquisiten Pilze sind die Buche, Heinbuche, Eiche, Stieleiche und die Haselnuss. Auch weitere Gewächse sind geeignete Trüffelbäume. Beispielsweise die Baumhasel, die Schwarzkiefer und die Zerreiche sind bekannt dafür mit der Trüffel in Symbiose zu leben.

Je mehr der köstliche Pilz erforscht wird, um so mehr Wissen haben wir über Fundorte und Lebensbedingungen der Trüffeln.

Der Boden in dem die Trüffel wächst muss einigen Anforderungen gerecht werden. Unter guten Vorraussetzungen ist der Boden entwässert, kalkhaltig und strukturreich. Dies ermöglicht ein gutes Wachstum und die besten Voraussetzungen für die Trüffelzucht. Die Trüffel bildet ihre Fruchtkörper aus und nach der Trüffelsuche und ernte wird genossen.

Wasserreiche Böden wie Moore und Senken sind eher ungeeignet für Trüffelbäume. Stark torfhaltige Gebiete werden ebenfalls gemieden. Der Untergrund wird vorher immer auf seine Beschaffenheit untersucht. Dies wird teilweise auf Wunsch des Kunden von den Händlern der Trüffelbäume durchgeführt. Mit ihrer Erfahrung sind sie Experten auf dem Gebiet. Eine landwirtschaftliche Bodenuntersuchung ist für jeden enorm wichtig, der die Trüffelzucht kommerziell betreiben möchte. Auf diese Weise wird das Vorkommen der Nährstoffe bestimmt und die optimale Bepflanzung des Gebietes festgelegt. Nur so kann sichergestellt werden, dass dort auch der richtige Lebensraum für die Pilze herrscht.

Trüffelplantage – Trüffelanbau

Liebhaber der Trüffel sehen im Anbau der Pilze, ob im eigenen Garten oder das errichten einer ganzen Plantage aus geimpften Stecklingen, schon jetzt eine Wertanlage. In Deutschland ist der Anbau der kostbaren Pilze auf einer Plantage noch in seinen Anfängen. Italien und Frankreich hingegen sind dort schon deutlich weiter. Fast jede hierzulande gehandelte Trüffel entstammt den beiden Südeuropäischen Ländern. Hier wurde schon vor Langer Zeit der Wert Trüffel erkannt und Liebe so wie Mühe in die Pilze investiert.

Eiche auf Weide

Der erste Schritte zur eigenen Trüffelernte bestehen darin, den für sich passenden Trüffelbaum und den richtige Pilz zu finden. Einige Händler bieten ihre Trüffelbäume in diversen Stadien an. Ob als Setzling oder „Topfpflanze“, für den heimischen Garten und jedes größere Vorhaben ist was dabei. Die Setzlinge werden früh mit Trüffelsporen geimpft. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die Wirtspflanze die Fruchtkörper der gewünschten Trüffelsorte an ihren Feinwurzeln ausbildet. Natürlich hängt das jeweilige Wachstum vom dem Standort des Trüffelbaumes ab.

Das Erhalten einer Trüffelplantage in ihrem Bestand ist, im Vergleich zu einigen anderen Plantagen, keine hohe Kunst. Die Pflege bedarf vor allem in den ersten Jahren noch die größte Zuwendung. Es muss auf die umliegende Vegetation geachtet werden. Diese sollte eingedämmt werden, bis sie durch die Abschattung der Wirtspflanze natürlich reguliert wird. Dies verhindert, dass die sekundäre Vegetation die Trüffeln in ihrer Ausbreitung behindern und wichtige Nährstoffe nicht mehr beim Trüffelbaum ankommen.

Wird auf die Pflege der Trüffelbäume achtgegeben, dann steht einer jahrzentelangen Ernte nichts entgegen. Einige Trüffelplantagen existieren schon seit über 30 Jahren. Die Pilze wurden bereits im Umfeld von über 100 Jahre alten Eichen gefunden. Das lässt darauf schließen, dass die eigene Plantage auch auf lange Sicht eine stabile Wertanlage ist und du Trüffeln ernten kannst.

Wie lange bis die Trüffel geerntet wird?

Die ersten Fruchtköper bilden sich erst nach mehreren Jahren an den Feinwurzeln der Wirtspflanzen. Je nach Anbieter und gefragtem Experten können dabei 4-8 Jahre vergehen. Die ersten Trüffeln sind dann erntereif. Die Pilze erreichen ihre vollen Größen erst nach ca. 10 Jahren. Die Experten für Trüffelplantagen rechnen nach diesem Zeitraum mit einer regelmäßigen Erntemenge.

Es gibt keine Garantien für die Ernte der Trüffeln. Das Vorherbestimmen von Menge und Ausprägung der Trüffel ist sehr schwierig. Allein die systematische Zucht und Beibehaltung von grundlegenden Vorgehensweisen und Parametern schaffen ein relativ zuverlässiges Ergebnis. Das Klima des Jahres bleibt hingegen immer der Knackpunkt für das Wachstum der Trüffeln.

Die Erntemenge schwankt selbst auf einer Trüffelplantage stark. Im heimischen Garten wachsen an einzelnen Wirtpflanzen zwischen 0 und bis zu mehr als 1 Kilogramm Trüffeln an den Feinwurzeln heran. Der geplante Anbau der köstlichen Pilze, auf fruchtbarem Boden, erwirtschaftet auf einem Hektar in der Regel bis zu 40 Kilogramm Trüffeln pro Jahr. Doch die klimatischen Bedingungen sind immer Ausschlaggebend für die Ernte. Die Ernte übersteigt in guten „Trüffeljahren“ gerne die Annahmen.

Im eigenen Garten findest du die Trüffeln relativ einfach. Zunächst an den vermuteten Fundorten die oberste Erdschicht mit den Händen vorsichtig umgraben. Dann die Trüffel behutsam von den Feinwurzeln ihrer Wirtspflanze trennen. Im Anschluss wird das entstandene Loch wieder mit Erde bedeckt und möglichst schonend zurückgelassen. Durch diesen letzten Schritt stellst du sicher, dass die sensiblen Wurzeln nicht austrocknen. So gedeihen die Trüffeln weiterhin.

Wird aber eine Plantage nach nach einer Ladung Trüffel durchsucht, so empfiehlt es sich einen Hund dafür zur Hilfe zu nehmen. Trüffelschweine werden nicht mehr für die Suche verwendet. Diese sind viel zu ungestüm und zerstören die Feinwurzeln, so wie sie auch gerne die gefundenen Trüffel verspeisen. Das Riechorgan der extra trainierten Trüffelhunde (meist der Rasse Lagotto Romagnolo), sind der Schweinenase etwas unterlegen, doch auch sie können die unter der Erde wachsenden Edelpilze erschnuppern. Dabei sind sie um einiges filigraner und haben auch noch Spaß an ihrer Aufgabe.